Vorhang auf, Film ab

14_12_11-KRA_31B0248-3-300dpiRGB-LED-Profile von Hansen Neon beleuchten die Theke der Museum-Lichtspiele in Rot, Blau und Pink im Wechsel.

Anne Batisweiler. Wenn es um die Neugestaltung – inklusive Technik – von Lichtspielhäusern geht, fällt immer wieder ein Name: Anne Batisweiler. Zu den aktuellsten Projekten der Münchner Innenarchitektin und Designerin zählen der Gloria-Palast und die Museum-Lichtspiele, beide in München.

Die Museum-Lichtspiele sind in München und über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus Kult: Seit fast 40 Jahren läuft hier jede Woche die „Rocky Horror Picture Show“. Mit über 100 Jahren ist dieses berühmt-berüchtigte Lichtspielhaus neben dem Deutschen Museum allerdings in die Jahre gekommen und musste dringend einer Renovierung unterzogen werden. Im Mittelpunkt dieser Arbeiten stand der Umbau des Kino-Foyers mitsamt der alten Theke, die früher überflüssigerweise einen Engpass im Foyer und damit lange Besucherschlangen bildete. „Das Hauptanliegen bei der Renovierung bestand darin“, so Anne Batisweiler, „den Look des alten Horrorschlosses wieder zu finden, allerdings in moderner Interpretation.“ Diesem Grundgedanken folgend wurde die neue Theke in ein schwarz-rotes Mieder gesteckt. Die Frontplatten werden bei dem Outfit mit Hilfe schwarzer Schnüre in Form gehalten.

Für die Beleuchtung der Theke mit Gesims, Rückblende und Sockel kommen RGB-LED-Profile von Hansen Neon, Typ 220 mit 14,1 W/lfm zum Einsatz. Rotes, blaues und pinkfarbenes Licht im Wechsel schaffen eine sinnliche Atmosphäre. Bei den Decken- und Thekeneinbauspots fiel die Wahl auf Strahler von SLV Elektronik. Die Triton-6-Gimble-Spots sind mit 6xPower-LED 1 W, 3.000 K, 680 lm ausgestattet. Die Dome-LED-Ceiling-Wandleuchten unter der Decke stammen ebenfalls von SLV und verfügen über 6xPower-LED 1 W, warmweiß.

Um den Eindruck des Horrorschlosses noch weiter zu unterstützen, wurden spezielle Wandkandelaber und Kronleuchter entworfen und von einem Modellbauer realisiert. Sie stammen von der Technik und Design GmbH und sind mit LED-candle 4 W, 2.785 K, 273 lm bestückt. Goldene Säulen und Halbsäulen, verschnörkelte Spiegel, gemalte Zitate aus dem Film über dem Eingang zum traditionellen Rocky-Horror-Saal sowie an den Filmplakaten herunter laufendes Pech verstärken das leicht gruselige, aber dennoch amüsante Gesamtbild. Die Sicherheits- und Hinweisbeleuchtung stammt von RP-Technik Notstromsysteme und basiert ebenfalls auf LED.

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LED-Technik: im Gloria-Palast trafen sich einst die internationalen Größen des Showbusiness,
die Schönen und Berühmten des Films.

Der Gloria-Palast ist eine weitere gesetzte Größe am Stachus in München. In den 1950er- und 60er-Jahren trafen sich hier die Filmstars aus aller Welt zu prachtvollen Filmpremieren. Der Gloria-Palast, mit dem sich Ilse Kubaschweski – die Grande Dame des Kinos – ihren lange gehegten Traum vom eigenen Lichtspielhaus verfolgte, war das Mekka für Glanz und Glamour, für die Schönen, Reichen und Berühmten des Deutschen Films. Zu der mondänen Ausgestaltung es Kinos gehörten auch beeindruckende Wasserspiele mit farblich wechselndem Licht, deren Fontänen von einem Orgelspieler musikalisch untermalt wurden, bevor der Vorhang aufging. Auch an diesem Kino nagte der Zahn der Zeit, bis die Münchner Innenarchitektin und Designerin Anne Batisweiler mit dem Umbau des Lichtspielhauses beauftragt wurde. Eines war ihr schnell klar, nämlich die Idee der Wasserspiele wieder aufzugreifen. So entstanden Wand- und Deckenleuchten aus Licht reflektierenden Strasssteinen und Glasklunkern, die Wassertropfen gleich ihr Licht in Form kleiner Lichtpunkte auf die Wände und in den Raum streuen – im Foyer ebenso wie in den Gängen und dem Kinosaal.Die von First-Light aus München entwickelten Sonderleuchten sind mit unterschiedlich starken Philips-LED mit 2.700 K ausgestattet. Die pompös wirkenden Leuchten treffen auf dunkelrote Teppiche und perlmuttschimmernde Wände im zarten Champagnerton und werden unterstützt von einer indirekten Beleuchtung über Vouten und Lisenen.

Die Voutenbeleuchtung erfolgt über extrem leistungsfähige Isynet-P14-LED-Stripes von Seebacher aus Bad Tölz, die über nur einen Isygit-LED-Treiber angesteuert werden. Im Swing der 50er-Jahre, gepolstert, gesteppt und mit Strasssteinen versehen präsentieren sich die Fronten der Theken, der Garderobe und der Stehtische. Die Beleuchtung ihrer Konturen und Sockel stammt von der Mario Dressel GmbH aus Siegritz, die auch für die Fußboden- und Vitrinenbeleuchtung herangezogen wurde. Auch die Gestaltung des Kinosaals setzt neue Akzente: Hochfloriger, dunkelbrauner Teppich, extra breite, speziell entworfene Ledersessel mit Fußhocker, klappbare Tischchen und auf Wunsch Kissen und Decken sorgen für ein Kinoerlebnis auf höchstem Niveau.

Dieses Erlebnis wird unterstützt durch die Möglichkeit, über eine Kinomatrix verschiedene Lichtszenen mit Einzelschaltung beziehungsweise Einzeldimmung von der Kinotechnik aus aufzurufen. Wenn sich dann die beiden in Rot und warmem Weiß gehaltenen schweren Vorhänge vor der hinterleuchteten Bühne öffnen, heißt es „Film ab“.

Beitrag in g + h 09/2014
Autor: Stefan Volkamer
Agentur: FACTLIGHT Presseagentur
Verlag: Henrich Publikationen GmbH
www.guh-elektro.de

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